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Mit Mut zur Innovation die Schule wesentlich geprägt

Erstellt von Maria Hirsch |

Das Caritas-Förderzentrum St. Laurentius und Paulus verabschiedete Stephanie Daut, Rektorin Schule mit Förderschwerpunkt motorische Entwicklung, in den Ruhestand

Originell, herzlich und bewegend war die „Entlassfeier“ von Stephanie Daut, Rektorin der Schule mit Förderschwerpunkt motorische Entwicklung am Caritas Förderzentrum St. Laurentius in Landau-Queichheim am Donnerstag. Beim offiziellen Abschied der Schulleiterin in den Ruhestand wurde der „Visionärin und Alleskönnerin mit Managerqualitäten“ in der prallvollen Aula große Ehre zuteil und bescheinigt, ihr „Klassenziel“ erreicht zu haben. 

Den musikalischen Auftakt der Veranstaltung, die von Konrektorin Monika Hirschfeld gekonnt moderiert wurde, machte die Lehrerband mit flotten Tönen. Zur Begrüßung sprach Thomas Moser, der zusammen mit Günther Sittig in der Doppelspitze die Gesamtleitung hat. Moser bezeichnete die Verabschiedung als „Entlassfeier“, die in ein neues Abenteuer führe. Wozu man gute Gefährten brauche, wie Dauts Familienclan, allen voran ihr engster Wegbegleiter und Ehemann Dr. Volker Daut, früher Konrektor dieser Schule. 

Moser begrüßte Gäste und Ehrengäste zunächst, teils auch namentlich. Er ging auf das Wesen der Schule mit zwei Systemen (staatlich und privat) ein, nannte weitere Unterstützer und anwesende Vertreter von Stadt, Uni, pädagogischem Landesinstitut, Studienseminare und mehr und gewichtete auch alle Ebenen des Hauses, Schüler wie Eltern. 

Moser lobte Dauts gutes fachliches Netzwerk und ihre Kooperationsfähigkeit, ging auf neueste Bildungsstandards und Vorgaben für Qualitätsprogramme ein, und zeigte Verständnis dafür, dass man über „nervige“ Finanzierungsengpässe, Strategieanalysen und Zielvereinbarungen des Trägers viel diskutiere und auch mal schimpfe. Daut habe eine moderne und gut organisierte Schule geführt, für herzliche Atmosphäre gesorgt und eine an Akzeptanz und Partnerschaft orientierte Mitarbeiterführung gezeigt, gewichtete er. Wichtig sei ihr auch der Dialog mit Eltern und Schülern gewesen sowie das stete Verbessern der Unterrichtsqualität, hieß es.

Regierungsschuldirektorin Hildtrud Gehrlein-Bischoff von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Neustadt schätzte Stefanie Daut als „aufrecht und engagiert“. Sie hielt bewusst eine etwas andere Rede, gewichtete Talent und Eignung der Geehrten, die sie im Mainzer Allianzhaus, im Institut für Sonderpädagogik, oft getroffen hat. Beide seien 1977 in der Friedensbewegung groß geworden, hätten wallende indische Gewänder getragen und Lehrjahre erlebt, die von jener Zeit sehr geprägt wurden, hieß es. Sie erinnerte an das neue Eherecht und daran, dass Frauen damals selten in Schulleiterpositionen waren. Gehrlein-Bischoff lobte Daut als „sehr strukturiert und immer bestens vorbereitet, mit Visionen und Vorbildcharakter, und den Schülern als Schwerpunkt“. Durchaus auch ein kritischer Geist für Kollegen, manchmal sperrig und „Funken schlagend“ zugleich. Aus ihr sei eine hervorragende Schulleiterin geworden, offen für die Inklusion und falls nötig unbequem. „Sie sind auf Ballhöhe geblieben, haben Ihr Amt mit Bravour gemeistert“, lobte Gehrlein-Bischoff die angehende Pensionärin bei der Übergabe der Entlassungsurkunde. Der gesicherten Nachfolge wünschte sie einen langen Atem.

Timo Kittler vom CBS-Management Speyer dankte der engagierten Rektorin im Namen der Betriebsträgerschaft sowie in Vertretung von Caritasdirektor Vinzenz du Bellier und Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer. Er umriss kurz die berufliche Vita der 2002 als kommissarische zweite Sonderschulrektorin an die Schule gekommene Pädagogin, die früh schon mit der heutigen Konrektorin Monika Hirschfeld zusammenarbeitete.  2007 wurde Daut zur Förderschulrektorin ernannt und hat seither zusammen mit ihrer Vertreterin und dem Team die Schule mit dem Förderschwerpunkt motorische Entwicklung „gestaltet und zu dem gemacht, was sie heute ist“. Er komme gerne in diese Schule, in der es eine Atmosphäre der Herzlichkeit, Freude und des Willkommens gebe. Hier engagierten sich alle „in hoch professioneller Arbeit“, sagte Kittler dankend, der in Begleitung von Hildegard Jung vom Träger, der Caritas Betriebsträgergesellschaft mbH Speyer (CBS) gekommen war. Er gewichtete die Weiterentwicklung und die einbindende Therapie in den Unterricht, ging auf Innovatives und Qualitätsprogramme sowie den Turnhallenbau ein. Daut sei mehr als eine Leiterin gewesen, ein Vorbild, das auch mal unbürokratisch sein konnte und das vielschichtige Schulgefüge gut in Gang gehalten und vorangebracht habe. Als „Pädagogin, Improvisationstalent und Alleskönnerin mit Managerqualitäten“ lobte er die Scheidende, die stets einen „wertschätzenden Führungsstil“ pflegte und Mut zur Innovation hatte.

„Sie haben Ihr Klassenziel erreicht“, sagte Kittler und dankte ihr auch im Namen der Lehrkräfte, Schüler, Eltern, Kollegen, Freunde des Trägers CBS, der ADD und persönlich. Ein letzter Tag sei immer zwiespältig und bewegend, beendete er seine Laudatio und zitierte Ingeborg Bachmann mit: „Aufhören können, das ist nicht eine Schwäche, das ist eine Stärke“.

„Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen“, begann Stefanie Daut ihre Abschiedsrede, in der sie kurz die Phasen ihrer von Überraschungen und Veränderungen geprägten Amtszeit umriss. Von Anfang an aber habe sie sich „von diesem Kollegium getragen gefühlt“. Bei all den Anforderungen sei aber auch „der Humor ein Knopf, der verhindert, dass der Kragen platzt“. Dies mögen sich die Kollegen erhalten, wünschte Daut.

Ihr Dank ging auch an die ADD für viele konstruktive Vorschläge und die Unterstützung, ebenso an den Schulträger, der sie mit neuen Herausforderungen „flexibel“ hielt sowie an den Schulelternbeirat und alle Bereiche im großen Hausgefüge. Besonderen Dank sprach sie der „besten Mentorin, die man haben kann“ aus, Professorin Ursula Haupt von der Uni Landau. Schließlich dankte sie ihrer Familie. Es habe für sie immer auch ein Leben außerhalb der Schule gegeben, betonte Daut, obgleich, zumindest die Enkel, oft zu kurz gekommen seien. Sie freue sich sehr auf das Urlaubsprojekt mit ihrem Mann, das sie bald nach Australien und Neuseeland führt, auf das „Garteln“ und Faulenzen, so Daut. Am Ende griff sie ihr Bild zu Beginn der Rede nochmals auf und sagte: „Auch, wenn der Wind anders weht, kann man menschlich bleiben“. Im Programmreigen gab es viel Musik, Liedbeiträge und Rollstuhl-Tänze, ein originelles Schülerbuch sowie eine Talkrunde mit Elternsprecher, Mitarbeitervertretung, Träger und Gesamtleitung, und Daut als Gast, moderiert von Thomas Moser.

Konrektorin Hirschfeld bekannte ihr gegenüber: „Du hast immer an mich geglaubt, ich habe viel von dir gelernt, wir waren ein super Team“. Mit einem leuchtend bunten Blumenstrauß bedankte sich Anja Quint im Namen der Kollegen, bestätigte der den Spagat beherrschenden Chefin sportliche und viele andere, „sehr nachahmenswerte Qualitäten“. Mit „Happy Day“ glänzte Evelyn Knochel mit Kollegen als Band auf der Bühne und alle zusammen stimmten vor der großen Fete im Freien in das legendäre „I am sailing“ ein.  

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